Gründungsveranstaltung der ARKO in Wiesbaden

Architekten gründen Datengenossenschaft

Architekten gründen Datengenossenschaft

ARKO heißt das erste genossenschaftlich getragene Daten-Ökosystem für Architekturbüros in Deutschland – Wissenschaftlich begleitet wird es durch das Ferdinand-Steinbeis-Institut

Die Architekturbranche bekommt ihre erste eigene Datengenossenschaft. Sechs Architektenkammern haben, zusammen mit zahlreichen Architekturbüros und unter wissenschaftlicher Begleitung des Ferdinand-Steinbeis-Instituts (FSTI), die entscheidenden konzeptionellen Grundlagen für die Gründung der Architekturkooperative, kurz ARKO, gelegt. Am 24. Juni 2026 konstituierte sich in Wiesbaden die ARKO eG i.G. nun mit beachtlichen 83 Mitgliedern, darunter bundesweit tätige Architektinnen und Architekten und Büros. Allesamt sind sie eingetragen in den insgesamt 16 Architektenkammern, die die Genossenschaft als investierende Mitglieder ergänzen. Als „DATEV der Baukultur“ will die Genossenschaft ihren Mitgliedern künftig ein gemeinsames Daten-Ökosystem bereitstellen – für bessere Zusammenarbeit und volle Kontrolle über die eigenen Daten.

Die Transformation hat längst auch die Architektur- und Planungsbranche erreicht. Digitale Prozesse, steigende Anforderungen an Dokumentation und Zusammenarbeit sowie die zunehmende Verlagerung zentraler Abläufe in cloudbasierte Systeme verändern die tägliche Arbeit von Architekturbüros grundlegend. Gleichzeitig entstehen durch große Software- und Plattformanbieter neue Abhängigkeiten, die insbesondere kleine und mittelständische Büros vor große Herausforderungen stellen.

Von sechs Kammern zu einer Branchenlösung

Um hier eine gemeinsame Antwort zu geben, taten sich Architektenkammern und Büros zusammen. Den Anstoß gaben sechs Kammern: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Mit wissenschaftlicher Begleitung durch das Ferdinand-Steinbeis-Instituts reifte die Idee.

Bei der Gründungsversammlung war das FSTI durch Dr. Patrick Weber vertreten, der das Projekt Datengenossenschaften am Institut geleitet hat. „Mit der ARKO wird sichtbar, wie wir am FSTI Forschung zu Datensouveränität und Datengenossenschaften in die Praxis überführen“, sagt Weber. Das FSTI will die Genossenschaft auch in der nächsten Phase begleiten.

Die souveräne Nutzung gemeinsamer Datenräume ist das zentrale Versprechen der ARKO: Mitglieder können Daten teilen und behalten dabei die Kontrolle über ihre Inhalte. „Die Zukunft des Planens und Bauens liegt in besserer Zusammenarbeit“, sagt Dirk Hennings, Geschäftsführender Gesellschafter der digitalPLAU GmbH aus Kassel und Mit-Initiator der ARKO. „Kooperative Datenräume schaffen dafür den geschützten Rahmen.“ Gemeinsame Standards sollen Planungsprozesse effizienter, transparenter und besser machen – auch das will die ARKO einlösen.

Leuchtturmprojekt in der Genossenschaftslandschaft

Die ARKO basiert auf dem zentralen Prinzip der Genossenschaft: Mitglieder gestalten, verantworten und profitieren gemeinsam. Dass dieses Modell über die Architekturbranche hinaus Bedeutung entfalten kann, wurde bei der Gründungsversammlung deutlich. Dr. Michael Roth, Teamleiter Genossenschafts-Service beim Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband (BWGV), bezeichnete die ARKO als Leuchtturmprojekt und verwies auf die positiven Erfahrungen aus dem gemeinsamen Projekt „Datengenossenschaften“ mit dem FSTI.

„Mit der ARKO schaffen wir eine gemeinschaftlich getragene Infrastruktur aus dem Berufsstand heraus“, sagt Dr. Martin Kraushaar, Geschäftsführer der Architektenkammer Hessen und Vorsitzender des ARKO-Aufsichtsrats. Es gehe um Datensouveränität, den Schutz von Urheberrechten und die langfristige Unabhängigkeit der Planenden, so Kraushaar. „Die ARKO legt damit die Grundlage für eine zukunftsfähige Architekturpraxis im digitalen Zeitalter.“

Mit der Gründung beginnt die operative Phase: Aufbau der Strukturen, Gewinnung weiterer Mitglieder, Entwicklung erster konkreter Anwendungen. Das Ferdinand-Steinbeis-Institut wird die ARKO dabei weiter begleiten.

Rolle des Ferdinand-Steinbeis-Instituts

Das Ferdinand-Steinbeis-Institut war Impulsgeber und wissenschaftlicher Begleiter in der Vorgründungsphase der Architekturkooperative. Es brachte seine Expertise in den Bereichen Datengenossenschaften, kooperative Datenräume und digitale Ökosysteme ein und unterstützte die beteiligten Akteure dabei, ein tragfähiges konzeptionelles Fundament sowie geeignete Governance-Ansätze für den Aufbau der ARKO-Genossenschaft zu entwickeln.

Weitere Informationen zur ARKO und zum Thema Datengenossenschaften unter akh.de/arko/gruendung und www.datengenossenschaft.com.

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